Der Begriff Astrologie kommt aus dem Altgriechischen und wird mit dem Begriff Sternendeutung ins Deutsche übersetzt. Der Ursprung der Verfahrensweisen zur Deutung der Sternenstände findet sich in der Menschheitsgeschichte bereits lange vor dem Beginn der Christlichen Zeitrechnung. Die ersten Menschen, die aus Sternenständen aktuelle und künftige Entwicklungen abgelesen haben, lebten in Ägypten und Babylonien. Die Astrologie wurde später zur Basis der Astronomie, die inzwischen zu den anerkannten Naturwissenschaften zählt. Der Unterschied zwischen beiden Varianten besteht darin, dass die Astronomie nicht mit der Ableitung von Bedeutungen für Ereignisse, Projekte oder Menschen arbeitet. Auch müssen Differenzierungen hinsichtlich der Arbeitsweise der westlichen, vedischen, indischen und chinesischen Astrologen vorgenommen werden. Sie haben ihren Ursprung in den Besonderheiten der regionalen Kulturen. Diese Unterschiede finden sich in ähnlicher Form auch bei der Traumdeutung.

Welche Geschichte hat die Astrologie?

Astrologische Berater wurden in vielen Regionen der Welt nach der Einführung der Christlichen Lehren verteufelt. Sehr deutlich wird das in der Zeit, nachdem im Römischen Reich die Christlichen Lehren zur allein anerkannten staatlichen Religion erklärt wurden. Erst im Mittelalter wurde die Astrologie wieder stärker nachgefragt. Sie erlebte eine erste Blütezeit, die bis ins 17. Jahrhundert hinein anhielt. Ein zweiter Boom begann an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Mittlerweile zählt es in vielen Kreisen zum „guten Ton“, sich regelmäßig Rat bei einem astrologischen Berater zu holen. Ein sehr treffendes Beispiel dafür sind die Königshäuser, die günstige Termine für Hochzeiten, Kindstaufen und Krönungen von erfahrenen Astrologen bestimmen lassen. Andere Menschen lassen sich von einem astrologischen Berater beispielsweise einen günstigen Termin für eine private Sterntaufe benennen.

 

Astrologie in der Geschichte

Wie glaubwürdig sind die Erkenntnisse der Astrologie?

Viele Naturwissenschaftler behaupten leider noch immer, dass es sich bei der Astrologie um eine Pseudowissenschaft handeln würde. Dabei gibt es mittlerweile einige Publikationen, in denen bewiesen wird, dass die astrologischen Prognosen und Einschätzungen eine hohe Trefferquote haben. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Auswertungen umfangreicher Statistiken, die vom Journalisten Gunter Sachs gemeinsam mit einem Mathematiker vorgenommen wurden. Sie legten Daten zugrunde, die von Behörden erhoben wurden und verglichen sie beispielsweise mit den astrologischen Prognosen, welche Berufe von den Vertretern welcher Sternzeichen bevorzugt ergriffen werden. Dort ergaben sich signifikante Auffälligkeiten, die beweisen, dass die Deutungen der Astrologie durchaus zutreffend sind. Auf das gleiche Phänomen stießen Sachs und sein Mitstreiter bei der Untersuchung der Hochzeiten im Zusammenhang mit den Scheidungsraten. Völlig gegenteilige Ergebnisse erzielten allerdings David Voas und Peter Hartmann bei ihren Studien. Fazit: Die Meinung der forschenden Wissenschaftler zur Astrologie ist nach wie vor gespalten.

Wie arbeitet die westliche Astrologie?

Der Kernpunkt einer jeden astrologischen Auswertung ist das Horoskop, welches für unterschiedliche Zeitpunkte und in diversen Kombinationen erstellt werden kann. Das Horoskop, welches die Sternenstände am Ort und zum Zeitpunkt der Geburt anzeigt, wird in der Astrologie als Radix bezeichnet. Daraus werden das Sternzeichen und der Aszendent des Betroffenen abgeleitet. Sie geben nach der Auffassung der historischen und modernen Astrologen Auskunft darüber, welchen Grundcharakter ein Mensch hat. Eine Radix kann alternativ zu einem Ereignis erstellt werden, um beispielsweise zu ermitteln, welche Erfolgschancen ein bestimmtes Projekt hat. Soll ein günstiger Zeitpunkt für den Start eines Projekts, den Termin einer Hochzeit oder Krönung sowie den Beginn bedeutender Aktionen ermittelt werden, nutzen die Astrologen ein so genanntes Elektionshoroskop. Es funktioniert vom Prinzip her wie eine Radix, wird aber auf einen in der Zukunft liegenden Termin berechnet. Sollen Beziehungen zwischen Menschen durch die Astrologie genauer unter die Lupe genommen werden, greifen die Berater zur Synastrie, auch Partnerschaftshoroskop oder Beziehungshoroskop genannt. Dabei wird geschaut, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sich in den Sternenständen ergeben.

 

Astrologie bei der Sterntaufe

Die symbolische Bedeutung und Wirkung einer Sterntaufe

In vielen Fällen sind es Liebespaare, die aus beruflichen oder anderen Gründen nicht gemeinsam an einem Ort leben können, die sich zur einer privaten Sterntaufe entschließen. Sie schaffen sich damit eine symbolische Verbindung, die auch über Ländergrenzen oder Ozeane hinweg reicht. Sie machen sich Zeiten aus, zu denen sie gemeinsam zu „Ihrem“ Himmelskörper aufschauen. Diese „himmlische Verbindung“ besitzt inzwischen in einigen Kreisen einen höheren emotionalen Wert als Freundschaftsringe, Verlobungsringe oder Eheringe. Der im Rahmen einer Sterntaufe gemeinsam benannte Himmelskörper wird als etwas empfunden, was nur ihnen gehört. Nur sie kennen den Standort und den Namen, den sie dem Himmelskörper gegeben haben.

Die Sterntaufe als Geschenk der Neuzeit

Mittlerweile ist es auch üblich, zur Geburt eines Kindes oder zur Hochzeit eine Sterntaufe als Präsent zu überreichen. Dabei werden oft die Fachleute für Astrologie wie zum Beispiel das „Sterntaufe Verzeichnis“ darum gebeten, einen Himmelskörper zu bestimmen, der von seiner Position aus einen guten Einfluss auf die in der Radix und einer Synastrie erfassten Sternenstände hat. So sollen negative Einflüsse vermieden oder wenigstens minimiert werden. Der selbst getaufte Stern gilt in vielen Kreisen genau deshalb auch als persönlicher Glücksbringer, der eine deutlich größere Wirkung als vergleichsweise Edelsteine oder Traumfänger haben soll. Ob das wirklich so ist, bleibt fraglich. Aber einem deutschen Sprichwort zufolge versetzt der Glaube ja bekanntlich sogar Berge. Zurück